Die Würde des Menschen ist unantastbar

Eine Wanderausstellung über Ursachen, Formen und Folgen der Folter, gestaltet von Amnesty Ulm in Zusammenarbeit mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm.

Die Ausstellung existiert in immer wieder aktualisierter Form seit 1995 und wurde bereits in über 100 Städten in ganz Deutschland gezeigt;  die jüngste Aktualisierung wurde im Juni 2013 vorgenommen. Sie verzichtet auf alle plakativen oder reißerischen Elemente und ist daher auch für den Besuch von Schulklassen geeignet. Zur Ergänzung der sehr informativ gestalteten Ausstellung hat der chilenische Künstler Sergio Vesely, der zur Zeit der Militärdiktatur selbst in Folterzentren inhaftiert war, eine Serie von Kunstobjekten gestaltet.

 

 

Unsere Ausstellung gegen Folter wird derzeit überarbeitet und steht deswegen leider nicht zur Ausleihe zur Verfügung!

 

 

Die Wanderausstellung kann in Ulm gebucht werden.  - Auf  Wunsch auch  "im Paket"  mit Vorträgen, Autorenlesungen, Konzertlesungen oder Veranstaltungen  für Schülerinnen und Schüler der 9. - 13. Klassen.

Kontakt: folterausstellung[at]amnesty-ulm.de

sowie : menschenrechtsbildung(at)amnesty-ulm.de

 

Kalender

Es existieren zwei Exemplare der Ausstellung, das bedeutet nur wo zwei Terminbalken im Kalender zu sehen sind, sind auch beide Exemplare belegt.

Konzept der Ausstellung

Folter kann man nicht »ausstellen«, ja nicht einmal beschreiben.

Nach Jean Améry, einst Insasse eines deutschen Konzentrationslagers, wäre es der Versuch, »das Unbeschreibliche zu beschreiben«, weil »die Gefühlsqualität des Erleidens sich prinzipiell der Mit-Teilung entzieht«.

Amnesty International liegen unzählige Dokumente der Folter vor.: Aussagen von Opfern, präzise, technische Erläuterungen ehemaliger Täter und Fotografien entstellter Körper. Man könnte sie vergrößern und an eine Wand heften. Nur - es wäre wenig damit gewonnen.

Für die einen wäre der Inhalt solcher Dokumente kaum zu ertragen, für andere vielleicht nur ein Ausdruck jener reißerischen Sensationsgier, von der manche Medien leben.

Wir beschränken uns daher auf das Notwendigste. Wenn dies hier eine Ausstellung sein kann, dann eine Ausstellung von Andeutungen. Nicht mehr.

Und mehr sollte auch nicht notwendig sein.

Ausstellungsgröße

Die Ausstellung besteht derzeit aus 7 Exponaten (s.u.),  10 Einzel-Bannern und 7 sogenannten Triside Banner Tower (eine Art Kartenständer mit jeweils 3 Bannern). Für die komplette Ausstellung muss mit 60-100 qm Ausstellungsfläche gerechnet werden.  Aussteller haben die Wahl, ob sie nur den Informations-Teil  (Banner) bestellen wollen oder die gesamte Ausstellung einschließlich der Kunstobjekte.  Für den Transport der Banner genügt ein Kleinwagen, bei Einschluß der Kunstobjekte ist ein Kleinbus/Minivan erforderlich. Der Aufbau kann von 2 - 4 Personen innerhalb von 1 - 2 Stunden bewerkstelligt werden.

Inhalte der Ausstellung

Die Ausstellung will Aspekte der Folter darstellen. Dabei beansprucht sie nicht, vollständig zu sein, sondern eben nur anzudeuten. In der folgenden Tabelle sind einige dieser Aspekte genannt.

Aspekt Inhalt
Eröffnung der Ausstellung Konzept der Ausstellung, Ansichten und Hinführung zum Thema Folter
Geschichte der Folter in Europa das Menschenbild und die Bedeutung der Folter von den Ursprüngen in der Antike bis zur Neuzeit
Folter warum Experimente und andere Versuche zu erklären, warum Menschen foltern
Auf der Spur der Folterer die Beweggründe eines Folterers und Begleitumstände der Folter
Methoden der Folter Foltermethoden im Überblick, nicht im Detail
Folgen der Folter psychische und körperliche Folterfolgen im Überblick und anhand von Einzelschicksalen
Folter - Flucht - Asyl Gesetze und Konventionen für Menschenrechte, die Gesetzeslage in Deutschland, Folter und Asylanspruch
Behandlung von Folteropfern Beispiel eines Behandlungszentrums, möglicher Ablauf eines Behandlungsplans
Was tun? Möglichkeiten der eigenen Arbeit oder Initiative gegen die Folter und für Folteropfer

Exponate der Ausstellung

7 Triside Banner-Tower

Dreieck mit Seitenmaßen von ca. 90 cm, Höhe 215 cm

  • Folter warum
  • Die Täter
  • Auf der Spur der Folterer
  • Auf der Flucht
  • Folgen der Folter
  • Therapie für Folteropfer

 

10 Banner

60 x 180 cm

Eingangsbereich:

  • Diese Ausstellung ist keine Ausstellung
  • Die Würde des Menschen ist unantastbar
  • Geschichte der Folter in Europa
  • Die Ursprünge
  • Der Weg in die Moderne

Mitte:

  • Krieg gegen den Terror
  • Die Koalition der Heuchler
  • Der Folter dem Boden bereiten

Ausgangsbereich:

  • Menschenrechtsbildung im Unterricht
  • Jugendliche bei Amnesty
  • Erfolgsmeldungen
  • Zitat Martin Niemöller

 

7 Kunstobjekte

ca. 195 x 75 cm

 

Über die Objekte

Zur Ausstellung gehören 7 Holzskulpturen von Sergio Vesely, die in verfremdeter, zurückhaltender Form Foltermethoden andeuten. Der chilenische Künstler, der 1976 als Flüchtling nach (West-) Deutschland kam und zehn Jahre später die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, war nach dem blutigen Militärputsch Pinochets 1973 zweiundzwanzig Monate politischer Häftling in verschiedenen Konzentrationslagern und Verhör-/Folterzentren der Militärdiktatur. In Deutschland wurde er rasch bekannt als Komponist und Sänger, bildender Künstler und Autor, der sich häufig mit Menschenrechtsthemen auseinandersetzt. Heute ist er der vermutlich bekannteste Vertreter lateinamerikanischer Kultur im deutschsprachigen Raum.

Für Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung steht Sergio Vesely zusammen mit dem deutschen Schriftsteller Urs M. Fiechtner, der an der Ausstellung mitgewirkt und das Begleitbuch geschrieben hat,  für gemeinsame Konzertlesungen (Literatur und Musik), Vorträge, Workshops  oder Veranstaltungen mit Schulen zur Verfügung.

Mehr Informationen: www.autorengruppe79.de
Kontakt: autorengruppe79[at]gmx.de

 

Begleitbuch zur Ausstellung

Das in der  Edition Menschenrechte  (Verlag Horlemann) erschienene  Buch  von Urs M. Fiechtner FOLTER - ANGRIFF AUF DIE MENSCHENWÜRDE  dient als Begleitbuch zur Ausstellung.  Es handelt sich um eine Kombination aus Sachbuch und  erzählendem Lesebuch; in seinem Sachteil  bietet es einen kurzgefassten und verständlichen, dennoch umfassenden Überblick zu allen Aspekten des Themas,  in seinem belletristischen Teil versammelt es eine Reihe von Kurzgeschichten und Erzählungen auf der Basis  realer Fälle von Tätern und Opfern.

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Auf Wunsch kann das Ulmer Amnesty-Büro Veranstaltungen zum Thema Folter vermitteln oder organisieren. Die Macher der Ausstellung informieren gerne über die verschiedenen Möglichkeiten sowie über die Erfahrungen mit bisher rund 800 Veranstaltungen in 100 Städten und stellen Ihre Kontakte zu Künstlern oder erfahrenen Referenten/innen zur Verfügung.  Zusammen mit der Ausstellung kann bei Amnesty Ulm ein "Veranstaltungspaket" gebucht werden, das Vorträge, Autorenlesungen, Konzertlesungen, Konzerte oder Veranstaltungen für Schüler/innen der Klassen 9  - 13  oder für öffentliche Abendveranstaltungen umfasst.

Die Vorbereitung von Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung ist in aller Regel unkompliziert. Auf Wunsch informieren wir auch über Kooperationspartner und Finanzträger, die den Veranstaltern vor Ort organisatorischen Aufwand oder finanzielle Kosten abnehmen können. Nach dem Motto "Wenig Aufwand, viel Ertrag" empfiehlt sich besonders die Kombination mehrerer Veranstaltungen in der Zusammenarbeit mit Schulen: Referenten/innen oder Autoren/innen, die morgens Vorträge, Diskussionen oder Lesungen mit Schüler/innen übernehmen, können am selben Tag abends für Erwachsene auftreten.

Möglich sind unter anderem folgende Veranstaltungen  (Beispiele):

  • Vorträge, Diskussionen und Workshops zu allen Themen der Ausstellung für Schüler/innen der Klassen 8 - 13
  • Öffentliche Vorträge (Abendveranstaltungen) zu allen allgemeinen oder spezifischen Themen der Ausstellung, darunter z.B.
    • Folter heute - Über den Zustand der Menschenwürde.
    • Und was kommt danach? - Die Arbeit der Behandlungszentren für Folteropfer.
    • Wird Folter wieder modern? - Folter im Krieg gegen den Terror
    • Amnesty International von Innen - Die Arbeit der größten Menschenrechtsorganisation der Welt
    • In Geheimer Haft - Die Entwicklung des "Verschwindenlassens" von Hitlers Nacht-und-Nebel-Erlass bis zum Krieg gegen den Terror
    • Mensch, Du hast Rechte - Die Entwicklung der Menschenrechte und der anhaltende Kampf um ihre Durchsetzung
  • Dichterlesungen, Werkstattgespräche und Workshops mit renommierten Autoren/innen über Menschenrechtsthemen für Schüler/innen der Klassen 8 - 13
  • Öffentliche Autorenlesungen (Abendveranstaltungen) im Rahmen der Ausstellung.
  • Konzertlesungen (Literatur und Musik) zu Themen der Ausstellung, zu Menschenrechtsthemen oder als Benefiz-Veranstaltungen.
  • Kontakt für solche und weitere Veranstaltungen:  kultur@amnesty-ulm.de

Ausleihkonzept

Die Anti-Folter-Ausstellung wird im gesamten Bundesgebiet verliehen.

Die Termine werden mit Amnesty Ulm vereinbart. Dabei wird versucht, die Transportwege zwischen den Ausstellern möglichst klein zu halten. Der Transport zwischen den Ausstellern wird individuell vereinbart.

Während des Ausleihzeitraums ist der Aussteller für Ausstellung verantwortlich. Diese Verantwortung umfasst einerseits den reinen Schutz der Sachwerte, aber auch die inhaltliche Gestaltung der Ausstellung. Damit ist es auch möglich, die Ausstellung vor Ort mit eigenen Exponaten oder zusätzlichen Informationen zu ergänzen,  sofern die grundsätzliche Idee der Ausstellung (Ausstellung von Andeutungen / Verzicht auf reißerische Elemente) dabei nicht verändert wird.

Ausleihbedingungen

  1. Die Ausleihgebühr wird je nach den Rahmenbedingungen ( z.B. Dauer der Ausstellung) individuell festgelegt.  Sie liegt in der Regel bei 150.-  bis maximal 350.- Euro und wird für die regelmäßige Aktualisierung eigesetzt.
  2. Der Veranstalter holt die Ausstellung bei den vorigen Ausstellern ab oder vereinbart mit diesen eine andere Regelung.
  3. Bei der Abholung  wird ein Übergabeprotokoll erstellt und die Vollständigkeit der Ausstellung überprüft.
  4. Jeder Aussteller ersetzt oder repariert die in seiner Verantwortung  beschädigten Ausstellungsteile selbst
  5. Ergänzungen der Ausstellung sind möglich, sofern sie in das Ausstellungskonzept passen.
  6. Begleitend zur Ausstellung kann das Buch "Folter - Angriff auf die Menschenwürde" aus der Edition Menschenrechte  angeboten werden. Der Veranstalter kann verbilligte Exemplare bei Amnesty Ulm bestellen.
  7. Die Ausstellung wird über Ulm versichert. Um die Versicherung bei Schäden in Anspruch nehmen zu können, muss Folgendes gewährleistet sein:
    • ordnungsgemäßer Transport und ordnungsgemäße Verpackung der Ausstellungsgegenstände
    • Aufsichtspersonal
    • Anfertigung eines Abnahme- bzw. Übernahmeprotokolls Ausstellungsstücke vor Beginn und nach Beendigung jeder Ausstellung
    • Eventuelle eingetretene Schäden, die nicht vor Ort repariert werden können,  müssen sofort mittels einer Schadensanzeige an die Versicherung gemeldet werden.
  8. Sollte das Gästebuch voll sein, bitte durch ein neues ersetzen und das alte an den Amnesty Ulm zurücksenden.

Übernahme der Ausstellung

Bei der Übernahme der Ausstellung sollte die Ausstellung auf Vollständigkeit überprüft werden. Wichtig ist dabei auch, ob der Aktenordner mit den Unterlagen vorhanden ist und mit übergeben wurde. Im Detail sind von Bedeutung:

  • Übergabeprotokoll ausfüllen
  • Vorgruppe konkret fragen, ob in ihrer Ausstellungszeit etwas verloren ging oder beschädigt wurde. Unter Umständen müssen dann noch Reparaturen eingeplant oder Ersatz beschafft werden

Für den Aufbau der Ausstellung gibt es eine Anleitung, die beim Aufstellen der Banner und der Exponate Fehler vermeiden kann. Diese Aufbauanleitung findet sich im begleitenden Aktenordner der Ausstellung.

Während des Ausstellungszeitraums bieten sich verschiedene Aktionen an, die, falls gewünscht, rechtzeitig mit Amnesty Ulm abgesprochen werden sollten:

  • Eröffnungsveranstaltung mit Prominenz
  • (Dichter-)Lesungen und Konzertlesungen (Literatur & Musik)
  • Führungen/Informationen von Schulklassen

Bei der Vermittlung von Rahmenveranstaltungen, Schulbesuchen usw. sind wir gerne behilflich. Wir stellen auf Wunsch erfahrene Referenten/innen oder vermitteln bekannte Autoren/innen. Siehe auch Kultur@Amnesty und Bildung