Heidenheim

Frauenrechte sind Menschenrechte - Gottesdienst mit Amnesty-Beteiligung

Positive Reaktionen gab es auf die Teilnahme der Heidenheimer Amnesty-Gruppe am Gottesdienst in der Heidenheimer Christuskirche. Das Thema der Amnesty-Gruppe lautete: "Frauenrechte sind Menschenrechte". Nach einfühlsamen Vorträgen zu diesem Thema, bestand an zwei Tischen des Infostandes die Möglichkeit mehr über Menschenrechtsarbeit zu erfahren und Info-Material mitzunehmen, Briefe oder Petitions-Listen zu unterzeichnen. Knapp 45 Stimmen konnten an diesem Sonntagmorgen gewonnen werden. Erfreulich auch, die Wissbegierde einiger Kirchgänger. Eine Frau kommentierte, "Mein Mann wartet damit nur noch bis zu seiner Pensionierung, dann kommt er zu Amnesty". Dass Männer das Thema vortrugen, fand große Zustimmung. Das "Opfer" des Gottesdienstes wurde nicht an Amnesty, sondern das Frauenhaus Heidenheim gegeben.

Tag der Menschenrechte - Amnesty Gruppe Heidenheim wieder voll im EinSatz

Nieselregen und schlechtes Wetter konnten die Mitglieder der Amnesty-Gruppe Heidenheim nicht davon abhalten, ihren Info-Stand auf dem Eugen-Jäckle-Platz aufzubauen und auf den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hinzuweisen.

Aktuelle Informationen über die nach wie vor weltweit, zahlreich stattfindenden Missachtungen der Menschenrechte brachten viel Menschen dazu, spontan sich in Petitions-Listen einzutragen und sich für drei konkrete "Fälle", also in Gefahr befindliche oder bereits in Gefängnissen eingesperrte Menschen auf Cuba, in China und Turkmenistan einzusetzen - weil sie Missstände angeprangert und ihre Meinung geäußert hatten.

Gleichzeitig war dies der Start einer deutschlandweiten Informations-Kampagne von Amnesty International, die unter dem Motto "EinSatz" angelaufen ist. In Tausenden von Briefen an Regierungen und andere verantwortliche Stellen geschriebenen Sätze sind es, mit denen es Amnesty International immer wieder gelingt, Menschen beispielsweise aus Folter, Gefängnissen und Gefahren-Situationen zu befreien.

"Wegen dieser bemerkenswerten Erfolge appelliere ich an alle Mitmenschen, sich unserer Arbeit im Rahmen der persönlich zur Verfügung stehenden Zeit anzuschließen - und wenn es nur ein wöchentlicher Brief einer "urgent action" (Eilaktion) ist ", sagte Monika Charisius die Sprecherin der Amnesty-Gruppe Heidenheim. Sie weist auf die streng unabhängige, manchmal langwierige, aber effiziente Vorgehensweise von Amnesty International hin; in den letzten 35 Jahren wurden nur drei Fälle registriert, bei denen die Aussagen revidiert wurden. Monika Charisius: "Solche fundierten Amnesty-Recherchen werden sogar von Regierungsvertretern bei Auslandsbesuchen sehr geschätzt und bei Gesprächen über die Nicht-Einhaltung von Menschenrechten verwendet!"

Informierten am Tag der Menschenrechte über die Arbeit von Amnesty International, die Mitglieder der Amnesty-Gruppe Heidenheim (v. li.): Jörg Ehlers, Monika Charisius und Michael Merkt

Biographie

Eine kleine Ortsgruppe gab es wohl schon 1970/71 mit der Gruppennummer 210. Welche jedoch nach dem Weggang mitarbeitender Schüler nach ihrem Abitur aufgelöst wurde.

Ein Informationswagen der Ulmer Amnesty-Gruppe brachte 1976 das Amnesty-Feuer nach Heidenheim zurück. Im Herbst desselben Jahres wurde dann unsere Gruppe (mit der Gruppennummer 1364) neu begründet.

Manchmal lodert unser Feuer hell und kräftig und manchmal schwelt es etwas, da die Anzahl der freiwilligen Helfer stark wechselt. Aber erloschen ist es nie wieder, was wohl stark mit unserer Frau der ersten Stunde, Frau Waltrud Bornefeld, zusammenhängt. Sie war Gründungsmitglied und erste Gruppensekretärin, später lange Jahre Gruppensprecherin. Sie hat bis zu ihrem Tod, fast 90-jährig, unermüdlich und tatkräftig in der Gruppe mitgearbeitet. Sie ist uns bis heute ein Vorbild.

Unser Bestreben

Regelmäßig in der Öffentlichkeit unsere Anliegen vorstellen, z.B. Infostände in der Fußgängerzone, Flohmärkte, Musiker für ein Konzert gewinnen, Theateraufführungen organisieren, Autorenlesungen veranstalten.

Haben auch Sie Ideen, wie der Öffentlichkeit unser Anliegen nahegebracht werden kann, dann kommen Sie doch einfach einmal bei unseren Gruppensitzungen vorbei (Termin unten).

Gruppenarbeit regional

Beteiligung an den Jahreskampagnen mit unterschiedlichen Inhalten, z.B. Folter, Todesstrafe, Verschwindenlassen von Menschen, Menschenrechtsverletzungen an Frauen oder Kindern. Mitgestaltung eines Gottesdienstes am Tag der Menschenrechte im Dezember. Wir gehen mit unseren Themen und unserem Wissen an Schulen, als Angebot für die Lehrer, den Unterricht gemeinsam zu gestalten. Wir haben dafür umfangreiches Material für verschiedene Altersstufen und Fächer. Besonders geeignet für die Fächer Politik, Sozialkunde, Geschichte, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Religionslehre und Ethik. Entgegen häufiger Aussagen lassen sich auch heute noch Jugendliche zu politischem Engagement motivieren.

Gruppenarbeit überregional

Wir beteiligen uns sehr aktiv am sog. Urgent-Action-Netz, d.h. wir schreiben Briefe an Regierungsbehörden, Gefängnisleitungen, Politiker und Botschaften, in die Länder, in denen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte verletzt werden. Dazu steht uns gut recherchiertes Hintergrundmaterial des Landes und der betroffenen Menschen zur Verfügung. Es gibt dazu Formulierungsvorschläge und genaue Adressen.