Sofort handeln

Helfen Sie in dringenden Fällen von Menschenrechtsverletzungen!

Sie finden hier einen Link zu den aktuellen Eilaktionen von Amnesty International, bei denen jeder mitmachen kann. Diese "Urgent Actions" gehören zu den erfolgreichsten Aktionen von Amnesty: In bis zu einem Drittel aller Fälle geben die Behörden dem Druck von tausenden von Briefen, E-Mails und Petitionen nach und erfüllen unsere Forderungen. Aber das funktioniert natürlich nur, wenn mögflichst viele Menschen mitmachen...!

Aktuelle Urgent Actions

 

Einzelfall aus Saudi-Arabien - Todesstrafe

 

 

Suliamon Olyfemi, geboren 1978, ist nigerianischer Staatsbürger. Er arbeitete als Autowäscher in einem vorwiegend von Ausländern bewohnten Stadtteil von Jeddah. Olyfemi wurde am 29 September 2002 festgenommen, nachdem am Vortag bei einem Streit zwischen afrikanischen Bewohnern von Jeddah und einigen Saudis, die von ihnen Geld forderten, ein Polizist getötet wurde. Mehrere hundert Ausländer aus Somalia, Ghana und Nigeria wurden ebenfalls festgenommen und später abgeschoben. Einige erhielten Gefängnisstrafen und wurden ausgepeitscht.

Olyfemi, der stets seine Unschuld beteuert hat, wurde wahrscheinlich im November 2004 nach einem unfairen Gerichtsverfahren  zum Tode verurteilt. Er und weitere zwölf Nigerianer mussten sich ohne rechtlichen Beistand verantworten. Die Verhandlung wurde – für die Angeklagten nicht verständlich - auf Arabisch geführt. Es gab weder Dolmetschung noch eine Übersetzung. Während der Verhöre waren die Angeklagten aufgefordert worden, ihre Fingerabdrücke – quasi als Unterschrift – unter Geständnisse auf Arabisch zu setzen, die sie nicht lesen konnten. Es ist möglich, dass diese Geständnisse als Beweise gegen sie verwendet wurden. Einige der Männer gaben an, während ihrer Verhaftung und ihrer Inhaftierung gefoltert und misshandelt worden zu sein, um sie zu zwingen, ihre Beteiligung am Mord zu gestehen.

Saudi-Arabien ist einer der Staaten die am häufigsten von der Todesstrafe Gebrauch machen. 2012 wurden mindestens 79 Gefangene hingerichtet. Die Verhandlungen entsprechen nicht den internationalen Standards und finden hinter verschlossenen Türen statt. Angeklagte bekommen nur selten einen Rechtsbeistand, häufig werden sie nicht einmal über den Stand der Ermittlungen gegen sie unterrichtet. Sie können auch allein auf der Basis von Geständnissen verurteilt werden, die unter Nötigung, Folter oder Täuschung zustande gekommen sind.

Arbeitsmigranten stellen rund ein Drittel der Bevölkerung Saudi-Arabiens. Sie bekommen nur unzureichenden Schutz durch die Arbeitsgesetzgebung und sind häufig Ausbeutung und Misshandlungen durch ihre Arbeitgeber ausgesetzt.

Amnesty International fordert von Saudi-Arabien die Aufhebung des Todesurteils gegen Suliamon Olyfemi. Das nigerianische Konsulat in Saudi-Arabien muss regelmäßig Zugang zu ihm erhalten und über die Entwicklung des Falles auf dem Laufenden gehalten werden, außerdem muss er Zugang zu einem Rechtsbeistand bekommen.

Die Arbeit für Suliamon Olyfemi steht stellvertretend für viele Menschen, die in Saudi-Arabien von der Todessstrafe bedroht sind. So wollen wir letztlich ein Todesstrafen-Moratorium und die Umwandlung aller bereits ergangenen Todesurteile erreichen.

Appellbriefe für Suliamon Olyfemi können Sie an folgende Adressen schicken:

The Custodian of the Two Holy Mosques King Abdullah Bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud Office of His Majesty

The King Royal Court

Riyadh

Kingdom of Saudi Arabia

Telegramme: H.M. King Abdullah, Riyadh, Saudi Arabia

Telefon: + 966 1 488 2222 oder + 966 1 403 3125

Fax: +966 11 403 3125 (via Innenministerium)

Anrede: Your Majesty

 

 

 

 

Deputy Prime Minister Ministry of Interior HRH Prince Muhammad bin Naif bin Abdul Aziz al Saud

Minister of the Interior

PO Box 2933, Airport Road Riyadh 11134

Kingdom of Saudi Arabia

TEL : +966 1-401-1944 FAX : +966 11-403-3125 Jeddah Office TEL: 2-687-232

Anrede: Your Royal Highness

 

Textbausteine für die Briefe

Englisch

welcoming the news that the case of Suliamon Olyfemi is being raised with the relevant authorities and seeking clarification of the steps being taken to enable his effective exercise of the rights to judicial review and to seek pardon or commutation of his sentence;

call on the authorities to pardon or commute the death sentence against Suliamon Olyfemi and all others on death row with a view towards abolition;

urge that Suliamon Olyfemi is given full and immediate access to legal representation, adequate interpretation facilities and medical assistance if necessary;

seek to be advised of the exact charges against him together with the details of any trial proceedings that have taken place.

reminding the authorities that they must comply with international standards for fair trials, including the United Nations safeguards guaranteeing the protection of the rights of those facing the death penalty, which guarantees adequate opportunity for defence, appeal and prohibits the imposition of the death penalty when there is room for alternative interpretation of the evidence;

urge the King to commute the death sentence of Suliamon Olyfemi and all other death sentences.

 

Deutsche Übersetzung:

begrüßen, dass die zuständigen Behörden sich mit Fall Suliamon Olyfemi be-schäftigen und höflich darauf drängen, dass Schritte unternommen werden, damit er sein Recht auf ein Berufungsverfahren und auf ein Gnadengesuch ausüben kann;

die Behörden auffordern, das Todesurteil gegen Suliamon Olyfemi und gegen alle anderen zum Tode Verurteilten umzuwandeln und die Todesstrafe ganz ab zu schaffen;

höflich darauf drängen, dass Suliamon Olyfemi sofort Zugang zu einem Rechtsbeistand, zu einem Vertreter seiner Botschaft, zu einem Übersetzer sowie angemessene medizinische Betreuung bekommt;

die Behörden um Auskunft darüber bitten, wie die Anklage gegen Suliamon Olyfemi lautet und nähere Informationen über das stattgefundene Gerichtsverfahren einfordern;

die Behörden daran erinnern, dass sie sich an die internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren zu halten haben. Dies betrifft auch die Sicherheitsvorschriften der Vereinten Nationen für den Schutz der zum Tode verurteilten Personen. Diese Vorschriften garantieren eine angemessene Verteidigung, das Recht auf ein Berufungsverfahren und verbietet die Verhängung der Todesstrafe, wenn es Spielraum zu anderweitiger Interpretation von Beweisen gibt;

den König dringend um die Umwandlung des Todesurteils gegen Suliamon Olyfemi und gegen alle anderen zum Tode Verurteilten bitten.