Die Autoren

Urs M. Fiechtner

*1955 in Bonn, aufgewachsen in Lateinamerika unter alten Nazis, Militärs und späteren Putschisten, freiberuflicher Schriftsteller und Herausgeber sowie Dozent in der Jugend- und Erwachsenenbildung, lebt in der Nähe von Ulm. Fiechtner publiziert seit Anfang der 70er Jahre Prosa, Lyrik und Sachtexte — darunter auch Jugendbücher (u.a. Annas Geschichte) — und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

1976 gründete er die interkulturelle autorengruppe79, die Maßstäbe für die Verbindung von Literatur und Musik gesetzt und den Begriff der “Konzertlesung” geschaffen hat. Seitdem arbeitet er häufig mit Autoren und Musikern aus Lateinamerika und Afrika zusammen. Viele seiner Bücher behandeln Themen rund um die Menschenrechte, mit denen er sich nicht nur als Autor beschäftigt, sondern auch als Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen oder Berater von Projekten wie z.B. Selbsthilfegruppen der Angehörigen von “Verschwundenen” in Lateinamerika und Afrika oder Behandlungszentren für Folteropfer, von denen er einige mitbegründet hat, darunter das Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm (BFU).

Bei Amnesty International ist er seit 1970 in vielen verschiedenen Funktionen engagiert (wofür er von der Schule flog) und kennt das Innenleben der Organisation sowie die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie wenig andere.

Er ist als herausragender Rezitator bekannt und gilt bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen als äußerst kenntnisreicher, dabei anregender und humorvoller Gesprächspartner, der auch komplexe Themen anschaulich vermitteln kann.

 

Adrienne Träger

*1981 in Eschweiler bei Aachen, ist Übersetzerin, Untertitlerin, Fremdsprachendozentin und langjähriges Amnesty-Mitglied. “Unbekannt verstorben” ist ihr erster Roman, den sie speziell für die Edition Kettenbruch geschrieben hat.

 

Sergio Vesely

*1952 in Santiago de Chile, lebt heute in der Nähe von Stuttgart als Musiker, Autor und bildender Künstler. Seine ersten Lieder und Gedichte schrieb er als politischer Gefangener in den Konzentrationslagern der Militärdiktatur des General Pinochet. In Deutschland, das ihn als Flüchtling aufgenommen und dessen Staatsangehörigkeit er angenommen hat, veröffentlichte er zahlreiche Tonträger mit vertonten Gedichten und hat als Autor und Co-Autor an vielen Büchern gearbeitet (u.a. Geschichten aus dem Niemandsland, Im Auge des Jaguars) darunter auch an Jugendbüchern.

Besonders bekannt wurde er durch seine Konzertlesungen, in denen er gemeinsam mit Urs M. Fiechtner seit den 70er Jahren eine intensive Form der Verbindung von Literatur und Musik entwickelt hat, die inzwischen von vielen Künstlern nachgeahmt wird.

 

Reiner Engelmann

Reiner Engelmann ist 1952 in Völkenroth /Hunsrück geboren. Nach einer Lehre studierte er auf dem zweiten Bildungsweg Sozialpädagogik, arbeitete zunächst in verschiedenen sozialpädagogischen Einrichtungen und ist seit 1978 an einer Förderschule für Lernbehinderte in Bad Kreuznach tätig. Sein berufliches Engagement gilt vor allen Dingen der Gewaltprävention, der Menschenrechtsbildung und der Leseförderung. Engelmanns erstes Buch erschien 1992 zu einem damals wie heute wieder besonders brisanten Thema: Fremdenfeindlichkeit. Seither sind zahlreiche Jugendbücher von ihm insbesondere zu sozialen Brennpunktthemen erschienen, darunter auch viele Menschenrechte-Lesebücher. 1969 gründete Engelmann zusammen mit Freunden die erste Gruppe von Amnesty International im Hunsrück. Seitdem ist er aktives Mitglied und arbeitet in verschiedenen Funktionen in der Organisation.

 

Cornelia Gräbner

Cornelia Gräbner wurde 1975 in Hanau geboren. Sie wuchs in Hessen auf, studierte Literaturwissenschaften und Geschichte in Köln und Bonn, verbrachte Aufenthalte in Grossbritannien und den USA, und erarbeitete an der Amsterdam School for Cultural Analysis eine Doktorarbeit über politisch situierte und motivierte “performance poetry” in West-Europa, den USA und Lateinamerika. In diesem Zusammenhang verbrachte sie einen Studien-Aufenthalt in Mexiko, wohin sie seither regelmäßig zurückkehrt. Seit 2007 arbeitet sie an der Universität Lancaster in Großbritannien im Bereich Vergleichende Literaturwissenschaften und Lateinamerika-Studien. Sie ist Autorin und Mit-Herausgeberin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen über zeitgenössische Literatur und soziales und politisches Engagement. Seit einigen Jahren arbeitet sie vor allem über das Schreiben als Teil des Widerstands gegen die Eskalation der neoliberalen Gewaltspirale.

 

Norbert Gurris

Prof. Dr. biol. hum. Norbert Gurris, Diplompsychologe und approbierter psychologischer Psycholtherapeut, ist u.a. Lehrtherapeut und Supervisor bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie und Lehrbeauftragter an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Er ist Experte für die Therapie von Extremtraumatisierten und
Folteropfern. Norbert Gurris hat zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen vorgelegt und engagiert sich u. a. im wissenschaftlichen Beirat der Opferhilfe Berlin e. V..

 

Regina A. Kurth

Priv. Doz. Dr. biol. hum. Regina A. Kurth ist Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) sowie Traumatherapeutin (EMDR: EMDRiA; Spezielle Psychotraumatherapie: DeGPT). Nach vielen Jahren der Arbeit u. a. mit komplextraumatisierten Menschen ist sie seit Ende 2009 Therapeutische Leiterin des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm. 2006 habilitierte sie im Fach: Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Derzeit ist sie als Privatdozentin der Universität Ulm sowie als Supervisorin tätig und hält Vorträge bzw. Weiterbildungen im Bereich Psychotraumatologie. Ferner arbeitet sie als Sachverständige zur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren bei Erwachsenen (LPK-BW, LÄK-BW) sowie als Sachverständige zur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im sozialen Entschädigungsrecht und in der gesetzlichen Unfallversicherung (DeGPT). Ihre Publikationen umfassen Themen zur Entwicklung und Anwendung des Beziehungs-Muster Fragebogens BeMus; zur Psychotherapie sowie zu Trauma und Psychose.

 

Nicole Leißner

Dr. biol. hum. Dipl. Psych. Nicole Leißner, Approbation als Psychologische Psychotherapeutin, tiefenpsychologisch fundiert, tätig in eigener Praxis mit Schwerpunkt Psychoonkologie und Psychotraumatologie. 2004-2005 war Nicole Leißner Stipendiatin der Universität Ulm, Abteilung Medizinische Psychologie. 2005-2010 arbeitete sie im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) in Diagnostik, Therapie und Öffentlichkeitsarbeit und zur wissenschaftlichen Qualifikation im Rahmen der Promotion. 2002-2008 war sie Lehrbeauftragte für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Ulm.

 

Manfred Makowitzki

Manfred Makowitzki, M.A., Jahrgang 1959, studierte Wirtschafts-und Sozialwissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaft in Augsburg und Tübingen. 1976 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Blaubeurer Gruppe von Amnesty International und war viele Jahre Gruppensekretär. Er ist Gründungsmitglied und langjähriger Geschäftsführer der 1983 ins Leben gerufenen Argentinienhilfe e. V. zur Unterstützung argentinischer Menschrechtsorganisationen. Seit 1995 ist Manfred Makowitzki Organisatorischer Leiter des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm (BFU).

 

Harald C. Traue

Harald C. Traue ist Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Ulm. Nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften, Kybernetik und Kommunikation in Lemgo, Berlin und Bremen promovierte er in Humanbiologie. 1987 folgte die Habilitation in Medizinischer Psychologie. Danach hatte er Gastprofessuren in Kanada und Ungarn inne. Von 2004-2008 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und –forschung und von 2005-2010 Vizepräsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. Seit 2013 ist er Vorsitzender der Deutschen Schmerzstiftung. Er ist zudem Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Beirat des Ulmer Behandlungszentrums für Folteropfer (BFU).

Harald C. Traue hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Wissenschaftspreis der Deutschen Kopfschmerz- und Migräne-Gesellschaft (1989), die Verdienstmedaille Comisión National de los Derechos Humanos México (2001) und als Mitglied des BFU den Julius-Rumpf-Preis der Martin-Niemöller-Stiftung (2004). Seine Forschungsgebiete: Psychobiologie, Schmerz, Trauma, Emotionsregulation, Migration, affective computing und Evolution des menschlichen Geistes.

 

Uta von Schrenk

Uta von Schrenk, 45 Jahre, freie Journalistin aus Berlin. Sie arbeitet unter anderem für Amnesty International und ver.di und ist Co-Autorin von Henning Scherf. Uta von Schrenk ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule und studierte Kommunikationswissenschaften in München.