DU KANNST!

DU KANNSTGÄSTE AN DER SCHULE :   GESPRÄCHE, VORTRÄGE UND AUTORENBEGEGNUNGEN

Die bundesweiten Aktionen "Wissen gegen Willkür" und  "DU KANNST!", mit denen die STIFTUNG LESEN  in den vergangen Schuljahren zusammen mit Amnesty an allen Schulen über das praktische Engagement im Einsatz für die Menschenrechte informiert und zur  Zivilcourage ermutigt hat, wird fortgesetzt:

Weiterhin haben alle Schulen die Möglichkeit, schnell und unkompliziert kompetente Gäste und Zeitzeugen in den Unterricht zu holen oder zu Veranstaltungen an der Schule einzuladen  - darunter sind Fachleute von Amnesty International ebenso wie renommierte Autoren und Künstler.  

Der Anlaß für die jüngste  Aktion war  ein Jubiläum:  50 Jahre Amnesty International.  - Aber es ging und geht hier ausdrücklich nicht um Feierstunden oder um die Werbung für eine Organisation,  sondern  um ein halbes Jahrhundert der Erfahrung mit der stetig wachsenden Rolle  von inzwischen über 30.000 unabhängigen Nichtregierungs-Organisationen (NGO) in die internationalen Politik.  DU KANNST!  meint vor allem die Erfahrung, dass  scheinbar "kleine Menschen"  sich sehr  handfest und erfolgreich in die große Politik einmischen können.

Schulen, AGs oder Schülervertretungen können sich für die Vermittlung von Referenten/innen und  Autoren/innen direkt an das Ulmer Büro von Amnesty wenden, am besten   per E-Mail an: menschenrechtsbildung[at]amnesty-ulm.de .  Wir  stellen oder vermitteln Referenten/innen und Autoren/innen  im gesamten deutschsprachigen Raum.  Bei der Auswahl von Themen aus dem großen Feld der Menschenrechte richten wir uns immer nach den Wünschen der Lehrer/innen und Schüler/innen.  Neben der Beratung für die beste Auswahl von  Referentinnen und Autoren bieten wir auch organisatorische Unterstützung bei der Vorbereitung von Unterrichtsbesuchen oder öffentlichen Veranstaltungen an und informieren Sie über die Finanzierung durch Behörden und Stiftungen.

Zur jüngsten Aktion der STIFTUNG LESEN  erschien ein Lehrerheft mit Tipps zur Menschenrechtsbildung an der Schule.  Eine PDF-Version des Heftes finden Sie hier: Informationsheft für Lehrer/innen.

Zusätzlich zu den Fachleuten von Amnesty wurden auch einige unabhängige und sachkundige Schriftsteller  um ihre Mitwirkung gebeten, die sich schon seit  vielen Jahren mit Themen rund um die Menschenrechte auseinander setzen-  die Beschäftigung mit einem Buch, die Auseinandersetzung mit einem literarischen Text und ganz besonders die Begegnung mit seinem/seiner Autorin kann nachhaltiger wirken als andere Formen der Informationsvermittlung. 

Die empfohlenen Autoren kennen die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen  aus eigener Erfahrung und sind in hohem Maße geeignet, aus ihrer unabhängigen Perspektive über aktuelle Themen zu informieren, Zivilcourage zu fördern und das Interesse für das gesellschaftliche Engagement zu wecken.

Ausgewählt wurden Autoren, die sowohl für Jugendliche wie für Erwachsene schreiben, die literarische Erzählkunst mit großer Sachkompetenz über Menschenrechts-Themen     verbinden und die durch ihre Lebens- und Berufs-erfahrung als interessante Gesprächspartner prädestiniert sind; möglich sind daher ebenso Unterrichtsbesuche für  unterschiedliche Altersgruppen (generell 8. - 13. Klassen) wie Abendveranstaltungen für Eltern, Lehrer und Schüler sowie öffentliche Veranstaltungen.

Der organisatorische Aufwand für Lehrer/innen, Schülervertretungen oder Stadtbüchereien ist gering und kann oft von Amnesty übernommen werden. Die Kosten werden in der Regel von Institutionen zur Leseförderung getragen, die es in allen Bundesländern gibt; in vielen Bundesländern übernehmen außerdem die Schulbehörden oder Kultusministerien die Kosten für Unterrichtsbesuche.  In Bayern und Baden-Württemberg sind dies vor allem  die  Friedrich-Bödecker-Kreise  und die Schulbehörden, zusätzlich dazu Vereine wie der Verein für Leseförderung  in Ba.-Wü.  oder  Bayern liest  in Bayern.

Die Vermittlung von Veranstaltungen mit  Schriftstellern und die organisatorische Beratung hat der Autor Urs M. Fiechtner übernommen. Bitte wenden Sie sich für Terminvereinbarungen oder Fragen direkt an ihn:  E-Mail:  autorengruppe79[at]gmx.de.  

Für die Vermittlung von Fachreferenten/innen wenden Sie sich bitte an das Büro von Amnesty International in Ulm:  menschenrechtsbildung(at)amnesty-ulm.de

 

 

Folgende Autoren werden von der  STIFTUNG LESEN empfohlen:

 

 

REINER ENGELMANN

*1952 in Völkenroth / Hunsrück geboren. Nach einer Lehre studierte er auf dem zweiten Bildungsweg Sozialpädagogik, arbeitete zunächst in verschiedenen sozialpädagogischen Einrichtungen und ist seit 1978 an einer Förderschule für Lernbehinderte in Bad Kreuznach tätig. Sein berufliches Engagement gilt vor allen Dingen der Gewaltprävention, der Menschenrechtsbildung und der Leseförderung. Engelmanns erstes Buch erschien 1992 zu einem in jener Zeit wieder besonders brisanten Thema: Fremdenfeindlichkeit. Seither sind zahlreiche Jugendbücher von ihm insbesondere zu sozialen Brennpunktthemen erschienen, darunter auch einige Menschenrechte-Lesebücher. 1969 gründete Engelmann zusammen mit Freunden die erste Gruppe von Amnesty International im Hunsrück. Seitdem ist er aktives Mitglied und arbeitet in verschiedenen Funktionen in der Organisation.

URS M. FIECHTNER

*1955 in Bonn, aufgewachsen in Lateinamerika unter alten Nazis und späteren Putschisten, freiberuflicher Schriftsteller, Herausgeber und Dozent i.d. Erwachsenenbildung, lebt in der Nähe von  Ulm. Fiechtner publiziert seit Mitte der 70er Jahre Prosa, Lyrik und Sachtexte - darunter auch Jugendbücher - und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. 1976 gründete er die interkulturelle autorengruppe79, die Maßstäbe für die Verbindung von Literatur und Musik gesetzt hat und arbeitet seitdem häufig mit Autoren und Musikern aus Lateinamerika und Afrika zusammen. Viele seiner Bücher behandeln Themen rund um die Menschenrechte, mit denen er sich nicht nur als Autor beschäftigt, sondern auch als Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen und Berater von Projekten. Bei Amnesty International ist er seit 1970 in vielen verschiedenen Funktionen engagiert (wofür er von der Schule flog) und kennt das Innenleben der Organisation wie wenig andere. Er ist als herausragender Vorleser bekannt und gilt bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen als äußerst kenntnisreicher, dabei anregender und humorvoller Gesprächspartner, der auch komplexe Themen anschaulich vermitteln kann.

Dr. MICHAIL KRAUSNICK

*1943 in Berlin, aufgewachsen in Hannover, studierte Literaturwissenschaft und Soziologie, Dr. phil. Lebt als freier Autor bei Heidelberg.  Er schreibt Satiren, Science Fiction, Hörspiele, Film- und Fernsehdrehbücher, Theaterstücke, historische Sachbücher, Biographien, Gedichte und Geschichten für junge Menschen,  ist Kabarettautor für  das Kom(m)ödchen, Deutscher Michel, Stachelbären u.a., Mitglied des VS und des P.E.N.;  Auswahlliste Deutscher Jugendliteraturpreis 1984; Auswahlliste Heinemann-Friedenspreis 1984 u. 1991; Deutscher Jugendliteraturpreis 1991; CIVIS-Preis 1994; Louise-Zimmermann-Preis 1998; Wildweibchen-Preis 1999.  Viele seiner Bücher und Jugendbücher beschäftigen sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und stellen Verbindungen zwischen der deutschen Geschichte und Menschenrechtsfragen unserer Zeit her

MARKUS MUNZER-DORN

Der Autor, Musiker und Liedermacher Markus Munzer-Dorn ist ein sensibler Zeitgenosse und ein scharfer Beobachter. Seine pointierten Gedichte und Liedtexte, die bereits in den 80er Jahren mit mehreren Kleinkunstpreisen ausgezeichnet wurden, finden sich u.a. in den Menschenrechts-Anthologien Frei und gleich geboren, aller menschen würde, Kinder ohne Kindheit und Dass wir heute frei sind... . Er verfasste Singspiele und Musicals, die von Stadttheatern, Chören und Schultheatergruppen aufgeführt wurden, außerdem arbeitete er als Textdichter für Konstantin Wecker. Seine CD-Veröffentlichungen umfassen neben eigenen Werken auch jiddische Lieder, Kinderlieder und „Weltmusik“. In Schulen stellt er Bücher über Menschenrechtsthemen vor und illustriert sie mit Musik oder gestaltet Konzertlesungen gemeinsam mit anderen Autoren.

MANFRED THEISEN

*1962 in Köln, studierte Germanistik, Anglistik sowie Politik, gründete ein Entwicklungshilfeprojekt in Äthiopien und forschte zwei Jahre für das Deutsche Innenministerium in der Sowjetunion. Er arbeitete als Redakteur, recherchierte häufig in Nahost und leitete eine Kölner Zeitungsredaktion. Für seinen Roman „Checkpoint Jerusalem“ erhielt er vom Auswärtigen Amt ein Stipendium zur Recherche in Israel und den palästinensischen Gebieten. Neben Auszeichnungen wie der Auswahl zum Peter-Härtling-Preis („Regenzeit“) oder dem Literaturpreis NRW bekam er den „Karl Simrock-Jugendbuchpreis“ zugesprochen.  Heute lebt er als freier Autor in Köln.

SERGIO VESELY

*1952 in Santiago de Chile, lebt heute in der Nähe von Stuttgart als Musiker, Autor und bildender Künstler. Seine ersten Lieder und Gedichte schrieb er als politischer Gefangener in den Konzentrationslagern der Militärdiktatur. In Deutschland, das ihn als Flüchtling aufgenommen und dessen Staatsangehörigkeit er angenommen hat, veröffentlichte er zahlreiche Platten mit vertonten Gedichten und  hat als Co-Autor an  vielen Büchern mitgearbeitet (u.a. Geschichten aus dem Niemandsland, Im Auge des Jaguars) darunter auch an Jugendbüchern. Besonders bekannt wurde er durch seine Konzertlesungen, in denen er gemeinsam mit dem Autor Urs M. Fiechtner  seit den 70er Jahren eine intensive Form der Verbindung von Literatur und Musik entwickelt hat, die inzwischen von vielen Künstlern nachgeahmt wird. Als bildender Künstler schuf er u.a. für Amnesty International die Objekte der Ausstellung „Die Würde des Menschen ist (un)antastbar“. In Schulen stellt er autobiographische Erzählungen sowie Bücher über Menschenrechtsthemen vor und verbindet Lesungen mit Musik.